Wie alles begann…

Begonnen hat alles zur Zeit der Jugendzentrumsbewegung in den siebziger Jahren. 1975 entwickelten interessierte Oerlinghauser Jugendliche ein Konzept fuer ein selbstverwaltetes Jugendzentrum. Anfang 1977 war dieses fertig und der Verein “Jugendzentrum Oerlinghausen” wurde gegruendet und am 28. Juni ins Vereinsregister eingetragen. Ok, den Verein gab’s nun, doch wie waer’s mit einem Haus ?

Hier begann ersteinmal sich die Stadt Oerlinghausen in den Weg zu stellen und zeigte sich sehr unkooperativ. Nach einiger Zeit stellte sie dann allerdings doch einen Raum zur Verfuegung, der zwar fuer einen kleinen Cafébetrieb, jedoch nicht dem Konzept des Vereins (Konzerte, Kino, Podiumsdiskussionen, etc.) entsprach. Der JZ-Verein besetze nun ein leerstehendes Fabrikgebaeude in der Hermannstrasse, wo der damalige Besitzer dann auch das 1. Obergeschoss zur Verfuegung stellte. Jetzt begannen die Jugendlichen sich hier einzurichten und ihr Jugendzentrum aufzubauen, ohne finanzielle Unterstuetzung der Stadt wohlgemerkt. Die Zeit verstrich…

Zwischendurch versuchte die Stadt (CDU und SPD) immer wieder den Verein aus dem Gebaeude zu draengen, doch vorerst ohen Erfolg. 1981 zeigte sich die Stadt sogar bereit eine Heizung zu installieren und 50% der zu uebernehmen. Doch das war nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Denn das Gebaeude war ziemlich baufaellig und eine Renovierung dringend notwendig. Mitte der achziger Jahre wurde dann ein Beirat gegruendet, der sich aktiv mit der Renovierung auseinandersetzen sollte. Die Jugendlichen begannen intensiv dafuer zu kaempfen die Renovierung durchzukriegen: es gab’eine Demonstration, umfangreiche Flugblattaktionen und aehnliches. 1992 stimmte die Stadt dann endlich zu und die JZler zogen im Sommer aus in die Kellerraeume der Hauptstrasse 32, die ihnen 2 Jahre als Uebergang dienen sollten. Freue dich, Renovierung kommt bald!

Waehrend der Uebergangsseit machte der Verein dann seine bis dahin schwierigste Phase durch, diese Notsituation nutzten SPD und CDU dann aus um dem Verein die Traegerschaft fuer die Hermannstrasse zu kuendigen, entgegen voherigen Absprachen. Lediglich Buendnis 90/Gruene und FDP blieben auf der Seite des JZ-Vereins. Im Winter 1993 entschloss sich dann die SPD der AWO (die ja bekanntlich ein Organisation ist, die der SPD sehr nahe steht) die Traegerschaft fuer die Hermannstrasse zu uebergeben. Auch ein gueltiger Vertrag mit der Stadt Oerlinghausen, beinhalte nach Pruefung eines Rechtsanwaltes, kein Anspruch auf die Hermannstrasse 12, jedoch verpflichtet er die Stadt dem Verein bis Ende 1995 entsprechende Raeumlichkeiten zur Verfuegung zu stellen.
Neues Gebaeude, neuer Spass ?

Dieses geschah dann auch. Ob die Raeumlichkeiten jedoch angemessen waren, ist eine andere Frage. Der JZ-Verein wurde nun in ein am Rathaus gelegenen Pavillon verfrachtet, der aus 2 kahlen Raeumen bestand und in einem SEHR miserablen Zustand war: 4 von sieben Fenstern liessen sich oeffnen, nicht alle Tueren liessen sich von beiden Seiten verschliessen, es regnete an verschiedenen Stellen in das “Gebaeude”, Wasserhaehne waren defekt, etc. Doch die Jugendlichen liessen sich nicht unterkriegen und machten das beste aus der Situation. Mit einer wahnsinnigen Eigeninitiative errichteten sie innerhalb kurzer Zeit 2 Theken, ein Getraenkelager, verlegten Leitungen und brachten ihre Unterkunft auf Vordermann. Die Stadt setze dann noch eins oben drauf und deklarierte die Arbeit der Jugendlichen kurzerhand als Saustall und lehnte den Antrag auf Rueckerstattung der Baukosten ab. Ende 1995 lief nun der Vertrag mit der Stadt aus und eine weitere Verlaengerung wurde abgelehnt. Anfaengliche Versuche selbst an ein neues Gebaeude zu kommen scheiterten zunaechst, sodass die Jugendlichen das Pavillongebaeude kurzerhand besetzten um nicht “auf der Strasse” zu landen und bis ein neues Gebaeude gefunden wurde. Gleichzeitig wurde mit Hilfe der Eltern ein neuer Verein gegruendet, der sich aktiv um ein neues Haus kuemmerte. Nach kurzer Zeit fand sich dann auch ein Haus im Oerlinghauser Stadtteil Helpup und es wurde ein Vertrag ueber 5 Jahre abgeschlossen, der den Jugendlichen zusaetzlich den Auftrag gibt das Gebaeude wieder in Stand zu setzen. Und wieder ein Wechsel…

Seit Juni 1996 ist Detmolder Strasse 102 nun an den Verein verpachtet, doch es kam weiterhin zu Komplikationen. Diesmal waren es die Helpuper Buerger die es darauf absahen den Verein bei den Behoerden schlecht zumachen und Arbeiten an dem Gebaeude zu verhindern. Trotz dieser “Nachbarschaftsliebe” und ohne Zuschussgelder machten sich die JZler dann aber trotzdem ans Werk um das Haus zu sanieren…
Das Ergebnis liegt nun vor. Ein neues JZO…